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Es war einmal vor langer Zeit, da waren drei Burschen mit ihren Drahteseln am Brocken unterwegs. Der Eine von den Dreien wunderte sich stark, weil bergauf immer der Kleine und bergab meistens der Große schneller war, er selber lag meistens dazwischen, was vielleicht auch mit seiner Körpergröße in Verbindung stand. Alle drei Burschen waren aber an sich gleich unfit, also schloss er die Motoren doch aus und machte die Zweiräder dafür verantwortlich. Er schaute sich die Drahtesel etwas genauer an und staunte nicht schlecht was da alles zu entdecken war. Die Entdeckungen brachten ihn auf eine irre Idee, worauf er sich auf seinen Hosenboden hockte und viele Stunden in die Werkstatt stellte. Er bohrte, fräste, klopfte und fluchte bis er seine Ideen Stück für Stück in die Realität umsetzte. Dabei kam auch ein Velo mit zwei Rädern heraus. „Echt, sag bloß, das Fahrrad hat er nicht neu erfunden!“ sagte der kleine Bursche zum Großen. Ja, aber was macht den Rahmen jetzt so besonders? Diese Frage beschäftigt seit langer Zeit viele Gemüter, und wenn sie nicht gestorben sind, dann grübeln sie noch heute.

Ein Fremder aus einem ganz anderen Waldstück bekam das alles mit und war überwältigt was er alles zu Augen und Ohren bekam. Er zögerte nicht lange und ließ sich so einen Bock bauen. Mei, das dauerte schon ein gutes Weilchen bis der Bock fertig war auf zwei Rädern stand. Er war überglücklich als er ihn dann endlich unterm Hintern hatte und die ersten Runden drehen konnte. Bei den ersten Auf- und Abfahrten quitschte und knarrzte der Bock aber noch richtig gut, womit er aber mittlerweile aufgehört hat und jetzt über Stock und Stein schnurrt. Der Bock hat den Glücklichen so sehr inspiriert, dass er sich einige Zeilen notierte:

Der Antriib und das Fahrwerk sind durch die Umlenkung entkoppelte Systeme, die sich während der Arbeit gegenseitig nicht beeinflussen. Anders ausgedrückt: man hat über die Pedale/Kette, also Füße immer guten Kontakt zum Hinterrad, bekommt keine Zugkräfte von der Kette auf die Pedale ab, wenn das Hinterrad in Bewegung ist, sprich kein Pedalrückschlag. Das wird durch die zwei konstanten Kettenlängen realistiert. Auf wurzligen, steinigen Trails kann man sehr gut dynamisch antreten, außer man hat die Füße gerade nicht auf den Pedalen. Der Schwingendrehpunkt liegt zudem hoch und ist nicht ortsstabil (VPP), damit wird eine nette Raderhebungskurve gewährleistet und die Kinematik bringt auch noch eine gewisse Progressivität des Rahmens mit sich. Große Hindernisse und auch Fahrfehler werden von dem Hinterbau sauber weggebügelt, als wenn nichts gewesen wäre. Okay, nicht alle Fahrfehler, aber doch einige. Die größere Bodenfreiheit durch die kleineren Kettenblätter bringt nochmal einen Vorteil. Jah, es ist schlimm mit diesen Bikes, aber genau deshalb sind die Rahmen auch etwas besonderes. Desweiteren wird durch die Bauweise bzw. Kinematik des Rahmens der Hinterbau stabilisiert, d.h. der Hinterbau ist wippneutral beim Antreten. Im Wiegetritt auf Asphalt fühlt sich der Hinterbau wie ein Hardtail an. Einfach super mit Federweg am Hinterrad. Durch die kleinen Ritzel muss man auf die große Übersetzung aber nicht verzichten, ganz im Gegenteil, mit einem 32er Kettenblatt an der Kurbel kann man mit einer Umlenkrolle (z.B. 16 & 22 Zähne) 44 Zähne auf das Hinterrad beißen lassen (32/16*22). Nun gönnen wir uns eine kurze Pause und atmen nochmal tief ein und aus, denn nun geht's gleich weiter.
Der Hinterbau ist durch drei Verbindungen am Hauptrahmen eingehängt (Dämpfer, Wippe und Knochen), ein mehrfach eingehängter Eingelenker sozusagen. Durch den kleinen verflixten Knochen zwischen Hauptrahmen und Hinterbau kann die Geometrie des Rahmens für bergauf und bergab stufenlos eingestellt werden (das war auch die Intension der Entwicklung). Durch das Ändern der Knochenlänge (insgesamt einen guten Zentimeter) verändert sich die komplette Geometrie des Rahmens. Das Lenkwinkel-, Radstand-, Tretlagerhöhen- und das Kettenstrebenmaß verändern sich gleichzeitig, ohne den Federweg zu beeinflussen. "Hey, das gibt's doch gar nicht!" sagt der kleine und der große Bursche. "Doch" erwidert der Irre, aber an dieser Stelle winken auch viele Leute ab. Ein langer Knochen ist für eine lange und flache Geometrie, also Berg owi rollen, und ein kurzer für eine kürzere und steilere Geometrie, also besser wenns aufwärts geht. Das kann man mittlerweile sogar während der Fahrt verstellen, indem man den Knochen durch einen Hydraulikkolben ersetzt hat, was gleich zu einem Patentvergleich mit Canyon geführt hat. Die Diskussion darüber ist aber komischerweise wieder eingeschlafen und wird schon bestimmte Gründe haben, diesen wollen wir jetzt aber nicht auf die Spur kommen, denn wir wollen jetzt keine wilden Verschwörungstheorien aufstellen, da kann sich jeder selbst seinen Teil denken.

Im Jahr 2007 war der irre Bursche mit dem Bike Teilnehmer auf einem internationalen Erfindertreffen und hat dort einfach die Bronze Medaille abgestaubt. Mittlerweile hat diese schon wieder eine millimeterdicke Staubschicht drauf und liegt neben vielen weiteren tollen Ideen in der Schublade. Jetzt wurde aber tatsächlich die Schublade ein Stück aufgezogen und wieder die Putzlappen geschwungen ->

Bischofsmais 2013